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Mittwinter: Die Tage werden länger

Mittwinter

„Wenn die Nacht am dunkelsten ist, ist die Dämmerung am nächsten“ ist ein angelsächsischen Sprichwort. Und es passt gut zum heutigen Tag, dem 21. Dezember, der auch Mittwinter oder Jul genannt. Es ist der Tag der Wintersonnenwende. Jetzt werden die Tage wieder länger, und langsam wird auch die Dunkelheit weniger werden. Ein guter Zeitpunkt, um in sich zu gehen.

Für manche Menschen steht das Christkind vor der Tür. Für die allermeisten Menschen hat das Weihnachtsfest aber seine Magie verloren. Selbst wenn wir gläubig sind, merken wir doch an allen Ecken und Enden, dass diese Zeit sehr kommerziell besetzt ist. Wir kaufen Geschenke, verpacken diese meterweise in Geschenkpapier, jagen von einem Geschäft zum anderen, denn bald werden alle für ein paar Tage schließen. Bis dahin müssen die Vorräte aufgefüllt sein.

Und dann? Im Idealfall genießen wir diese Zeit der Ruhe. Denn die größte Hektik ist vorbei (bis Silvester) und endlich können wir für ein paar Tage in uns gehen. Für viele Menschen ist diese Zeit aber gar nichts besonderes. Manche warten nur darauf, dass es endlich vorüber geht und der Alltag wieder einkehrt.

Als ich jünger war, fand ich z.B. das Fernsehprogramm um Weihnachten herum unerträglich. Ich konnte es kaum erwarten, dass die normalen Tage wieder begannen, damit ich nicht schon wieder eine Uralt-Version der Geburt Christi anschauen musste.

Und möglicherweise geht es in Ihnen ähnlich: Im Grunde wartet jetzt nur eine Zeit der Langeweile auf Sie. Nur essen, nebeneinander sitzen, Geschenke auspacken, wieder essen, schlafen, usw. Dann doch lieber wieder die alte Hektik zurück. An die sind wir wenigstens gewöhnt. Mit der wissen wir besser umzugehen.

Eine magische Zeit bricht an

Je nach Überlieferung wurde der 21. Dezember auch zu den Raunächten gezählt. Die Raunächte waren für die Menschen früher eine Art magischer Zeit. Denn Geister trieben ihr Unwesen und man musste vor ihnen auf der Hut sein. Gleichzeitig konnte man aber auch gut mit diesen Geistern in Kontakt treten.

Die Menschen wurden dazu angehalten, in den Häusern zu bleiben, es nicht zu doll zu treiben: keine laute Musik, keine großen Feste, keine Wäsche waschen/aufhängen. Die Geister sollten nicht erzürnt werden. Mancherorts gab es sogar Wächter, die die Einhaltung dieser Regeln bewachten.

Wir glauben heute nicht mehr an Geister, zumindest die allermeisten Menschen tun das nicht. Und ich würde auch nicht so weit gehen, den Menschen zu verbieten, fröhlich und ausgelassen zu sein. Und was mich angeht, werde ich auch das Wäsche waschen nicht einstellen.

Doch ich komme nicht umhin, den angeordneten Rückzug, den die Menschen damals vollziehen mussten, auch positiv zu bewerten. Man wurde mehr oder minder dazu verdonnert, sich zu langweilen – oder einen Weg zu finden, sich nicht zu langweilen. Viele Menschen wandten sich damals an Wahrsager und Kartenleger, die sie mit den Geistern in Verbindung brachten.

Dazu möchte ich Sie ausdrücklich NICHT ermuntern. Aber jeder von uns trägt ja seine eigenen Geister in sich. Und mit ihnen in Kontakt zu treten kann man auch ohne mediale Hilfe.

Wie Sie mit Ihren eigenen Geistern in Kontakt treten können

Als kleine Anregung für aufkommende Langeweile, möchte ich Ihnen ein paar Ideen an die Hand geben, die Sie Ihren Geistern näher bringen können.

  • Meditationen: Es gibt ganz unterschiedliche Formen von Meditationen. Wir kennen meist die Art, in der man sich hinsetzt oder hinkniet, die Beine und Arme verschränkt und dann wie im Gebet versinkt. Allerdings gibt es auch das: Gehmeditationen, bei denen man bewusst einen Schritt vor den anderen setzt; Lachmeditationen, wie man es z.B. hier sehen kann; Atemmeditationen, bei denen man auf verschiedene Arten atmet und sich darauf konzentriert; Phantasiereisen, bei denen man sich vorstellt, in einer besonderen Umgebung zu sein (z.B. auf einem Weihnachtsmarkt) – und noch viele mehr. Eine gute Anregung zum Thema Meditationen gibt auch das Büchlein „Mini-Meditationen“ von Ulrich Hoffmann.
  • Malen: Wann immer Langeweile aufkommt, könnte man einach zu Papier und ein paar Stiften greifen und etwas malen. Manchen Menschen fällt das sehr leicht. Ich bin kein Mensch, der gerne malt und zeichnet. Aber selbst ich finde es entspannend, gelegentlich Mandalas auszumalen, Sketchnotes anzufertigen, irgendwelche Farben auf Papier zu bringen oder nach Lust und Laune Kritzeleien anzufertigen (dafür gibt es übrigens einen Namen: Zentangle). Je nach Laune könnte das Malen unter ein Motto gestellt werden, z.B. „Wie ich mich gerade fühle“. Wer Vorlagen benötigt, findet ein paar Mandalas auf der Seite meiner HP-Kollegin Ulla Gaßner (ganz nach unten scrollen).
  • Schreiben: Schreiben eignet sich sehr gut dazu, sich seinem Inneren zu nähern. Es gibt im Grunde auch keine Regeln. Man kann bei aufkommender Langeweile einfach drauf los schreiben, auch automatisches Schreiben genannt. Dabei kommt es gar nicht darauf an, was Sie schreiben. Alleine, dass geschrieben wird, ist wichtig. Oft setzt man sich vor dem Start ein Limit (mind. eine Seite oder auch mehr). Das Tagebuchschreiben generell könnte hilfreich sein, in dieser Zeit eine intensivere Verbindung zum eigenen Ich zu bekommen. Auch wer sonst kein Tagebuch schreibt, könnte für eine begrenzte Zeit davon profitieren. Vielleicht benötigen Sie ein bisschen mehr Struktur? Dafür habe ich eine Vorlage entwickelt, die Sie einfach herunterladen können. Aber ein leeres Blatt Papier tut es auch.
  • Wunschlisten: Während wir in der Warteschleife fürs nächste Jahr hängen, können wir eine Art Wunschliste anfertigen. Dabei geht es darum, sich all die Dinge aufzuschreiben, die man gerne erreichen würde – egal, ob es um materielle, persönliche, zwischenmenschliche Dinge geht. Ganz gleich, ob es realistisch oder vollkommen hanebüchen ist: Schreiben Sie all das auf, was vor Ihrem inneren Auge aufflackert und dass Sie so gerne für sich selbst hätten. Aber sehen Sie diese Wunschliste nicht als fertiges Produkt an. Nachdem Sie fertig sind, gehen Sie nochmal alle Wünsche durch und versuchen dort, wo es geht, noch präziser zu formulieren, worum es Ihnen wirklich geht bei dem Wunsch. Heben Sie diese Liste auf und kommen Sie immer wieder darauf zurück. Was fehlt noch? Was kann ich anders, besser, präziser ausdrücken? Was ist der Wunsch hinter dem Wunsch?
  • Jahresrückblick: Ich hatte bereits letztes Jahr Vorschläge zum Umgang mit Jahresrückblicken gemacht. Aber ganz gleich, wie Sie den Jahresrückblick gestalten: Ob es nun Monat für Monat voran geht, oder ob Sie den Gesamtüberblick wagen – bleiben Sie nicht nur am Schlechten haften. Wir Menschen habe eine Tendenz, den Dingen mehr Raum zu geben, die schlecht gelaufen sind. Dabei liefen manche Dinge auch gut, nur waren sie möglicherweise nicht so spektakulär wie die schlechten. Nicht nur am Schlechten haften bedeutet aber nicht, im Schlechten das Gute zu finden. Wenn etwas furchtbar war, dann darf es auch so belassen werden. Vielleicht geht es eher um die ganz kleinen Dinge, die im Hintergrund laufen und nicht unterzubuttern sind – komme was wollen. Sehen Sie auch das.

Ich möchte Ihnen alles Gute für die anstehenden Feiertage wünschen. Wenn Sie von Langeweile erschlagen werden, schauen Sie kurz vorbei und lassen Sie sich inspirieren. Haben Sie noch weitere Ideen, können Sie diese gerne in einem Kommentar unter diesen Beitrag setzen. Ich freue mich auf Ihre Rückmeldungen.

#dastutgutDieser Beitrag ist Teil der Aktion „Positiv durch den Advent 2016“ der Heilpraktiker-Foren. Mit diesem und anderen Beiträgen möchten ich und andere Heilpraktiker-Kollegen Ihnen einmal pro Tag etwas Gutes tun. Einen Überblick über alle Beiträge finden Sie hier.

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