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Warum Sie mich und Heilpraktikerkosten generell selbst bezahlen müssen

Heilpraktikerkosten selbst bezahlen

Es rufen immer wieder Menschen bei mir an, die einen Termin vereinbaren wollen und nicht verstehen, dass Sie für eine Behandlung bei mir selbst bezahlen müssen. Dabei fallen mir grundlegende Verständnisprobleme bezüglich unseres Gesundheitssystems auf. Aber es gibt auch Menschen, die gar nicht einsehen, warum Sie für eine Gesundheitsleistung (bei mir) bezahlen sollten. Offensichtlich ist es Ihnen das Geld nicht wert. Eine Klarstellung.

Kurzer Exkurs: Warum Heilpraktikerkosten nicht getragen werden

Heilpraktiker, Naturheilkundler, Homöopathen und andere alternative Heilkundige gibt es schon seit Jahrhunderten. Auch wenn wir heute eher kritisch auf diesen Berufszweig blicken, so hat er sich über all die Jahrhunderte auch erhalten. Der Grund dafür ist wohl darin zu sehen, dass die Schulmedizin immer unpersönlicher wird, viele Patienten sich abgespeist und unverstanden fühlen und der Pharmaindustrie grundlegend misstrauen.

Seit 1939 gibt es die Berufsbezeichnung Heilpraktiker, seit 1993 den Heilpraktiker für Psychotherapie und seit 2009 den Heilpraktiker für Physiotherapie. Davor waren viele Heilkundige ohne Zulassung tätig. Doch diese Zulassung ist nicht einheitlich geregelt. Es gibt keine staatliche Vorgabe zu den Prüfungsinhalten. Außerdem sind die meisten Therapieformen, die Heilpraktiker anwenden, nicht anerkannt. Dies sind die zwei Hauptgründe, warum Heilpraktiker offiziell nicht zum Gesundheitssystem gehören. Und deswegen auch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden.

Inoffiziell sind sie natürlich Teil des Gesundheitssystems. Denn es gibt sie ja. Menschen, die besorgt um ihre Gesundheit sind, nehmen ihre Leistungen in Anspruch. Und bezahlen auch dafür. Aus eigener Tasche.

Was ich mache und warum man mich bezahlen muss

Ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie. Das bedeutet, dass ich nur auf dem Gebiet der Psychotherapie tätig werden darf. In der Praxis heißt das, ich wende psychotherapeutische Verfahren an, damit es Ihnen seelisch besser geht. Das heißt aber auch, ich unterliege dem Heilpraktikergesetz und gehöre damit NICHT zum Gesundheitssystem. Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen nicht für meine Leistungen.

Eine Ausnahme ist, wenn Patienten privat versichert sind und mit ihrer Versicherung die Übernahme von Heilpraktikerkosten speziell für das Gebiet der Psychotherapie vereinbart haben.

Grundsätzlich bedeutet das, wenn Menschen zu mir kommen und von mir behandelt werden wollen, müssen Sie die Kosten dafür selbst tragen. Aus eigener Tasche, wenn keine private (Zusatz-)Versicherung dafür aufkommt.

Wer zu mir kommt und warum diese Menschen sich entscheiden, mich aus eigener Tasche zu bezahlen

Menschen, die zu mir kommen, tun dies aus verschiedenen Gründen. Einige Gründe sind z.B.

  • Erschöpfung, Überforderung, Burn-out
  • Trauer nach Verlust eines nahestehenden Menschen oder Tieres
  • Umbruchsituationen (Krisen), die alleine nicht gemeistert werden können
  • Ängste, mit denen sie nicht alleine fertig werden
  • Aufarbeitung vergangener Erlebnisse
  • der Wunsch, sich selbst besser zu verstehen und sich nicht im Wege zu stehen

Das sind nur einige Gründe, es gibt noch viele mehr.

Die meisten Hilfesuchenden sind nicht privat versichert, das heißt es gibt keine Versicherung, die die Kosten einer Behandlung bei mir tragen würde. Und obwohl es natürlich kassenzugelassene Psychotherapeuten gibt, entscheiden sich manche Menschen doch dafür, zu mir zu kommen. Auch das hat verschiedene Gründe.

  1. Der wichtigste Grund ist der, dass Termine bei Psychotherapeuten schwer zu bekommen sind. Oft wartet man monatelang auf das erste Gespräch, und muss dann nochmal mehrere Wochen warten, ehe es richtig los geht. In dieser Zeit geht es den Menschen selten besser. Im Gegenteil. Was auch immer Sie belastet hat, geht in dieser Zeit nicht weg, sondern kann sogar schlimmer werden.
  2. Damit verbunden ist auch das Problem, dass man sich seinen Psychotherapeuten kaum aussuchen kann. Wer endlich einen Termin bekommen hat, wechselt selten, weil die Wartezeit beim nächsten Therapeuten möglicherweise wieder sehr lange ist. Eine psychotherapeutische Behandlung ist aber etwas sehr persönliches. Man muss sich seinem Therapeuten gegenüber mehr öffnen als gegenüber anderen Behandlern. Das erfordert Vertrauen und das Gefühl, gut aufgehoben zu sein. Daher ist das menschliche Miteinander ein ausschlaggebender Faktor für den Erfolg einer Behandlung. Einfach nur Psychotherapie, egal bei wem, funktioniert oft nicht.
  3. Manche Menschen haben bereits eine Psychotherapie bei einem kassenzugelassenen Therapeuten gemacht und mussten feststellen, dass es ihnen nicht das gebracht hat, was sie sich erhofft haben. Oft liegt das daran, dass diese Psychotherapeuten stur nach einer Richtlinie behandelt haben – und dabei nicht auf die Besonderheiten eingegangen sind, die jeder Mensch so mitbringt. Wenn diese Menschen dann zu mir kommen, erhoffen sie sich, mehr Verständnis und Einfühlungsvermögen für ihre persönlichen Belange.
  4. Viele Menschen wünschen sich unkompliziert Hilfe. Das heißt, wenn sie zu mir kommen, möchten sie nicht erst warten, ehe die Krankenkasse einem Antrag auf eine Behandlung zugestimmt hat. Wer nämlich eine Psychotherapie machen möchte, muss sich dies genehmigen lassen. Stattdessen ist oft der Wunsch da, nur ein paar Termine in Anspruch zu nehmen, bis es ein bisschen besser geht, ohne sich gleich ein oder zwei Jahre lang an einen Therapeuten zu binden.
  5. Eine Psychotherapie wird nur dann genehmigt, wenn auch eine psychische Störung vorliegt. Dazu bedarf es einer Diagnose. Wer z.B. einen Burn-out erlitten hat, hat gute Chancen, eine Psychotherapie genehmigt zu bekommen. Anders ist das, wenn nur die Gefahr eines Burn-outs besteht. Ähnliche Probleme haben Menschen, die belastende Ereignisse aus ihrer Vergangenheit aufarbeiten wollen. Oder einfach den Wunsch verspüren, bestimmte Verhaltensmuster zu durchbrechen, weil sie sie behindern. Auch Trauer nach einem Verlust ist nicht unbedingt ein Grund, einem Antrag auf Psychotherapie statt zu geben. Kurzum: Nicht alle seelischen Belastungen sind automatisch ein Grund, eine psychotherapeutische Behandlung bezahlt zu bekommen. Wer keine Diagnose hat, aber trotzdem Hilfe sucht, muss ohnehin selbst dafür aufkommen.

Ich kann nachvollziehen, warum Sie nicht für eine Behandlung bezahlen möchten

Wie schon oben erwähnt, rufen oft Menschen bei mir an, die denken, die Krankenkasse trägt die Kosten einer Behandlung bei mir. Wenn ich die Menschen darüber aufkläre, das dem nicht so ist, merke ich oft eine Ablehnung. Nicht viele sprechen es aus, aber die meisten haben kein Verständnis dafür, selbst bezahlen zu müssen.

Das ist einerseits verständlich. Denn wir sind es gewöhnt, die Versichertenkarte hin zu legen und alles bezahlt zu bekommen. Manchmal bietet uns ein Arzt eine sogenannte IGeL-Leistung an, dann lassen wir uns vielleicht dazu hinreißen, das aus eigener Tasche zu zahlen. Aber oft lehnen wir es ab, weil wir einfach nicht gewöhnt sind selbst zu bezahlen. Für uns darf Gesundheit nichts kosten.

Genau das ist aber sehr paradox. Denn wir wollen ja gesund bleiben und tun auch viel dafür. Zum Beispiel investieren wir viel Geld in Fitness-Studios, Sportkleidung, Sportgeräte usw. Oder wir fahren in den Urlaub, um uns zu erholen. Oder wir kaufen Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamintabletten, pflanzliche Präparate zum Abnehmen usw. Auch das dient ja letztlich der Gesundheit. Wir verfolgen das Ziel, gesund zu bleiben und uns wohl zu fühlen – und das ist uns oft genug sehr viel Geld wert.

Insofern ist es erstaunlich, dass Behandlungen, die die seelische Gesundheit erhalten und wiederherstellen, auf gar keinen Fall etwas kosten dürfen. Zumindest für mich ist das nicht logisch. Auch wenn es nachvollziehbar ist.

Ich möchte Sie daher einladen, sich darüber Gedanken zu machen, was Sie davon abhält, für eine Behandlung bei mir zu bezahlen. Und wenn Sie mögen, können Sie mich gerne persönlich kennenlernen, entweder telefonisch und kostenlos, oder persönlich gegen ein kleines Honorar. Schauen Sie gleich in die Online-Terminvereinbarung, wann ich Zeit für Sie habe.

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